Cool sein

23 Jul

Dieses coole Foto von William und Käthe (aus der Grazia) habe ich gestern in meine Handtasche gestopft und bin damit losgestratzt zum Kurs „Von der Kunst cool zu sein“ in der Modern Life School. Die erste „Class“, und dann gleich so ein wichtiges Thema. (Uncoolerweise gab es rund um die Haltestelle des Harburger Rathauses kein einziges Taxi, und ich bin dann ganz cool mit Stadtplan losgelaufen. Habe eine Ehrenrunde gedreht, um dann uncool gerade noch rechtzeitig um zwei vor Sieben im Ziel am Lotsekai einzulaufen.)

An dieser Stelle muss ich noch sagen, dass solche Gruppen-Dinger mir nicht unbedingt liegen. Aber wenn es ums „Coolsein“ geht, dann sollte man da vielleicht auch ganz cool rangehen, habe ich mir so gedacht. In den Augen der anderen Teilnehmer habe ich so was ähnliches gelesen. Eine hat das dann sogar gesagt, und das war dann schon der erste Lacher.

Die Atmosphäre im Klassenraum: Warm und freundlich. Cremeweiß und ein sattes Braun als Grundfarben, an der Wand ein Holzregal mit Reclamheften, großen Deko-Buchstaben, einem Keramik-Kopf und eine Ansammlung von Stiften, beherbergt in einem Blech-Bus. Das Stahl-Pult, die modernen Holzstühle und die kleinen Bänke an der Wand vermitteln mir tatsächlich das Gefühl, in einem Klassenzimmer zu sein. In einem sehr modernen!

Die „Schoolmasterin“ des Abends heißt Dr. Ricarda Granes (früher Ärztin, heute Kommunikationstrainerin und Coach). Sie geht mit uns auf eine kleine Reise zu den Ursprüngen des Cool-Seins, die mitgebrachten Ausrisse und Gegenstände werden zusammengetragen und genau betrachtet. Dann nimmt sie uns mit auf Streifzüge durch die Philosophie und auch ein bisschen Psychologie. Und schließlich landen wir bei kleinen Kommandos, die jedem zu mehr Coolness verhelfen können. Wenn man nicht zu cool ist, um auf sie zu hören. Was mir gut gefällt, ist, dass es genug Zeit und Luft gibt für Einwürfe und Denkanstöße, aber eben ohne die latente Aufforderung zum Mitmachen.

Das interessante dabei: Eben nicht nur meine eigene Einstellung zum Coolsein auf den Prüfstand zu stellen, sondern (und da war ich am neugierigsten drauf), was die anderen für coole Sachen zum Coolsein preisgeben. Ich weiß jetzt, dass manche Frauen nicht mal den ungeschminkt den Müll rausbringen wollen, weil das so uncool ist. Ob sie eher Nein sagen cool finden, oder einfach ihre Einstellung ändern, um cooler mit Dingen umzugehen. Oder dass es eben doch cool ist, mit Kind einen Kombi anzuschaffen (wenn man coolerweise die Zweisitzer trotzdem behält).

Das war ein Abend mit coolem Input und wie es im Flyer heißt „Philosophie zum Anfassen“. Die Class zum Coolsein gibt es wieder in sechs Wochen, Abende zu anderen interessanten Fragen des Lebens und mehr Infos bei der Modern Life School Hamburg.

Und so war ich heute beim Bäcker die Zeitung holen: Leggins, Nachtgewand, Jeans-Jacke, Handtasche, ungeschminkt und verstrubbelt. So kennen mich die da. Aber ich finde es manchmal auch cool, wie sie mich ansehen, wenn ich geduscht, aufgerüscht und angemalt später am Tag noch mal reinschaue…

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6 Antworten to “Cool sein”

  1. theomix 23. Juli 2011 um 4:03 pm #

    Für 50 oder 40 Euro – da ist schon der Preis cool. Ich weiß nur nicht, warum man das erst lernen soll.

    • Oliver Kreuz 23. Juli 2011 um 4:28 pm #

    • mauzipauzi 24. Juli 2011 um 2:23 pm #

      Tja, Qualität hat ihren Preis… Aber ich musste nicht über Kohlen laufen oder so. Ist auf jeden Fall mal was anderes als fernsehen oder was man sonst so macht an einem Freitag Abend.

    • Gaby Bohle 24. Juli 2011 um 7:36 pm #

      Tja eine interessante Frage, noch dazu von einem Theologen. Vermutlich ahnen die Teilnehmer schon, dass hinter echter Coolness mehr steckt, als nur zu wissen, was in ist und was nicht.
      Sie interessieren sich vielleicht für Werte oder Eigenschaften wie Zivilcourage, Selbstbewusstsein, Mut, Achtsamkeit und wollen sich darin üben. Oder sie wollen einen interessanten Abend mit Gleichgesinnten erleben, der sie inspiriert und bei dem sie lachen können, sozusagen als Alternative zu einem Theater- oder Kinobesuch. Ach ja, Kleinigkeiten zum Genießen gibt es auch. Und das ist in dieser Art neu in Deutschland. Vielleicht haben Sie ja einmal Lust uns zu besuchen? Am kommenden Mittwoch zum Beispiel gibt es einen inspirierenden Abend zum Thema „Von der Kunst anders zu denken“. Wir würden uns freuen! Gaby Bohle/modern life school

      • theomix 24. Juli 2011 um 9:09 pm #

        Herzlichen Dank für die Einladung! 457 Autokilometern oder 6,25 BusBahnStunden einfache Fahrt stehen dazwischen sie anzunehmen. Es ist aber nicht umsonst geschrieben, denn das mit Zivilcourage usw. sollte noch in den Text auf der Homepage.Es erläutert sehr viel.
        Und vielleicht klappt es 2013 beim Kirchentag. Wäre nicht schlecht, wenn die modern life school sich da bekannt macht. Aber daran denkt hoffentlich mindestens auch noch der Herr Quarch.
        Freundliche Grüße aus dem Rheinischen Westerwald, Theomix/ Jörg Wilkesmann-B.

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