Sonntag mit Fisch im Keller

11 Sep

Also wenn schon mal „Tag des offenen Denkmals“ ist, dann kann man ja auch hingehen, habe ich mir heute gedacht. So ist es passiert, dass ich das schöne Wetter mit einem kleinen Rad-Ausflug zum „Eiskeller“ in der Lessers Passage in Altona verbinden konnte. Dieser denkmalgeschützte Keller ist versteckt hinter einem Torbogen, und normalerweise nämlich nicht geöffnet.

Bevor ich die schummerige Treppe hinabgestiegen bin, habe ich mir genau die gelangweilten Gesichter der heraufstapfenden Kinder angesehen, und meine Erwartungen noch mal ein ganzes Stück nach unten geschraubt. Unten hat mich dann ein sehr sehr großer Kellerraum erwartet mit großen Leuchtern und ganz ganz vielen Backsteinen (Foto links). Dabei habe ich mich gewundert, dass selbst so wenige Besucher, wie da waren, mir so oft ins Bild laufen können. Und (das wusste ich allerdings schon vorher), dass die Bilder ohne Blitz viel stimmungsvoller werden, aber leider auch sehr unscharf, weil glaube ich kein Mensch drei Sekunden lang die Hand ganz still halten kann.

An diesen großen Haupt-Keller schließt sich rechter Hand ein kleinerer Keller an, der immerhin mit einem Tisch möbliert war und zwei gar nicht so schönen Engelchen- und Teufelchenfiguren auf herzförmigen Steinen. Ein Foto davon habe ich natürlich auch gemacht, aber dann bei mir selbst nicht durchgekriegt.

Das Highlight waren dann tatsächlich die Erklär-Tafeln, die jemand im Durchgang vor der Toilette aufgehängt hat, und die mir ein bisschen was zur Geschichte des Eiskeller erklärt haben. Ursprünglich gehörte dieser große Keller zu einem Stadttheater, und es wurde dort Eis gelagert. 1936 wurde der Keller dann zum Luftschutzraum, und nach dem Krieg wurde er vergessen. Wie auch immer man einen so großen Keller vergessen kann. In den 90er Jahren dann hat sich jemand an ihn erinnert, er wurde saniert und kann nun für Veranstaltungen gemietet werden (aber dann hat man auch immer diese merkwürdigen Engel- und Teufelfiguren dabei, das muss man sich vorher überlegen).

Der dritte Kellerraum beherbergt eine kleine Bar, und wirkt dadurch ein bisschen heimeliger als die anderen Kellerräume. Heute gab es dort Fischbrötchen von einem Mann, der hat gerade drei Häuser weiter nämlich einen Fisch-Feinkostladen aufgemacht. Ich bin dann glaube ich so ähnlich wie die drei Kinder vorher irgendwie ein bisschen enttäuscht nach oben gestapft, und plötzlich hatte ich Lust auf ein Eis, weil bei „Eiskeller“ muss man ja eh die ganze Zeit an Eis denken. Und ich hatte Lust, mal wieder in meinen Keller zu schauen, ob da wohl noch die eine Tunika, die ich schon aussortiert hatte, aber wäre doch ein Glück wenn ich… Und da war sie! Da war der Eiskeller ja doch für was gut.

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