Archiv | Juli, 2012

Nicknames

17 Jul

Für Leute, die man oft sieht, hat man irgendwann Spitznamen. Also ich meine Leute, die man kennt. Nun passiert es mir immer wieder, dass sich bei mir Namen einschleichen für Leute, die ich zwar ständig sehe, aber eigentlich gar nicht kenne. In der Schule gab es den „Frosch“ (der mit der Quakstimme), den „Koffer“ (trug einen Aktenkoffer, wo doch damals nur Rucksäcke cool waren) oder den „Organisator“ (Schulsprecher, und dann auch noch der, der auf alle Demos geht). Und nicht zu vergessen den „Weltmeister“ (warum das so war, habe ich leider vergessen). Beim Tanzen gibt es das „Geschirrtuch“ (trägt gern karierte Hemden, wenn alle anderen schwarze T-Shirts tragen), das „Tablett“ (bewegt beim Zappeln die Arme, als würde er gerade ein voll beladenes Tablett stemmen) oder „den Mann, der nichts trinkt“ (trinkt nie was, wie er das macht, ist mir ein Rätsel).

Je öfter ich nun beim Sport bin, desto mehr spuken mir auch hier Namen durch den Kopf für Leute, die ich gar nicht kenne. Da gibt es den „Zenturio“ (leider ohne Römersandalen), es gibt „Herrn von Bödefeld“ (ja, er sieht so aus) und den „Gomera-Mann“ (macht immer Sport mit einem Kopftuch auf). Dazu kommen der „schwarze Kavalier“ (sitzt immer zufällig auf dem Fahrrad neben einer Frau und macht Konversation), „Frau Pferd“ (trägt ein Pferde-T-Shirt) und „der Boxer“ (macht immer Beinarbeit mit viel Gehopse da bei den Matten, wo zum Beispiel der „Yoga-Mann“ sich barfuss stundenlang verbiegt). Wenn man so schöne Namen haben kann, wer will da noch Hans und Franz heißen?

Für die Katz

15 Jul

Bei Tchibo habe ich diese Woche das aktuelle Angebot für tierische Hausfreunde abgeschnuppert. Um festzustellen, dass die Tigerkatze zu Hause schon alles hat, was man sich katzenmäßig so wünschen kann. Fast war ich schon raus aus dem Laden, da habe ich das in die Finger gekriegt: „Katzen verstehen“ (9,95 Euro), ein Buch vom Londoner Tierarzt Dr. Bruce Fogle, das war natürlich ein Verkaufsargument. Rein inhaltlich stand nicht besonders viel Neues drin, was nicht in allen anderen Katzenratgeber-Büchern zu finden wäre, aber schön gestaltet ist es mit vielen freigestellten Katzenfotos und jedes Kapitel in einer anderen Farbe des Regenbogens unterlegt. Es war trotzdem eine Freude, hindurchzublättern, und die Katze hat ab und zu auch auf ein Bild getatzt und mitgeschaut. Der Untertitel „Artgrecht halten und glücklich zusammenleben“ stimmt jedenfalls: Wir verstehen uns blendend – wie immer.

Sommer auf Standby

15 Jul

Die Sonnencreme musste ihren Platz in der Handtasche räumen. Ich zähle die Sommersprossen auf der Hand. Kein Grillduft, der durchs Fenster weht. Die Muttis unten am Sandkasten haben ihre Fleecejacken an und zurren ihren Kleinen einen Schal um den Hals. Die Sommerkleider im Schrank scharren mit den Füßen, und die Katze wartet geduldig auf Sonnenflecken auf dem Wohnzimmerboden am Nachmittag. Gestern habe ich draußen sogar einen Mann mit Teetasse gesehen. Das sommerlichste was mich im Juli erreicht hat, waren zwei Postkarten aus Spanien. Der Sommer ist auf Standby. Ich wünsche mir einen Tatort aus Ibiza, morgen 35 Grad und ein paar Sommerstiefel dazu. Wer hat bloß die Fernbedienung?

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