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Zauberer des Alltags

9 Sep

Neulich beim Bäcker... Wenn die Geschichte schon so losgeht, das kann ja heiter werden. Los gehts.

Es war einmal vor fast zwei Wochen. Ich ging zum Bäcker, um eine von mir neu entdeckte und mittlerweile heißgeliebte Backware zu erstehen – ein sogenanntes Laugenspitz. Dabei handelt es sich um eine Kreuzung aus Laugenbrötchen und Laugencroissant in Form eines Dreiecks. Schmeckt nach Croissant, ist aber mindestens ein Drittel kleiner als der fettige Halbmond und deshalb super fürs Ernährungsgewissen.

Ich habe das Laugenspitz also geordert, es wurde eingepackt, der Verkäufer hat mich angelächelt und ich bin losgestapft. Auf der Arbeit raschele ich die Papiertüte auf, und siehe da, dieser nette Mensch hat mir noch was dazu gepackt! Kreisch. Ein kleines unschuldiges Quarkbällchen, das es in Sachen Fett locker mit dem Spitzdings aufnehmen kann, und sich dann auch noch in Zucker gewälzt hat. Die nette Geste ist als nette Geste bei mir angekommen. Gleichzeitig habe ich mich aber dann doch gefragt, wie er das kleine süße Ding unbemerkt in die Tüte mit reingetan hat. Weil ich nämlich immer sehr aufmerksam bin, also muss er mich irgendwie mental abgelenkt haben, mindestens. Ein Zauberer des Alltags! Mit eigener Show in der Bäckerei an der Ecke.

Beim nächsten Mal, das war nämlich heute, wollte ich extra aufpassen, habe ihm ganz genau auf die Hände geschaut. Ein Laugenspitz bestellt, noch ein Brötchen für die Kollegin, gezahlt, aufgepasst, noch mehr aufgepasst. Mehr aufpassen geht nicht! Dann habe ich mich noch bedankt für neulich, Sie wissen schon, habe ich gesagt. Er hat mir die Tüten über den Tresen gereicht und ich bin losgestapft. Auf der Arbeit raschele ich die Papiertüte auf… kreisch. Er hat es wieder getan! Und ich weiß beim besten Willen nicht, wie ers gemacht hat! In der Tüte ist nämlich eigentlich gar nicht genug Platz. Und es hat auch nicht geraschelt, als er die zweite Backware hineingezaubert hat, und ich bin also so schlau wie vorher.

Wie hat er das nun wieder gemacht? Kommt er vielleicht aus Las Vegas? Sind das nächste Mal dann noch kleine Elefanten mit in der Tüte? Nette Menschen gibts, und die können zaubern…

Gedächtnistest blau-gelb

11 Okt

Gerade hatte ich ihn noch, meinen Einkaufswagen. Musste nur schnell bei den Rahmen herumsuchen, nach den Postkarten mit den Retro-Motiven. Und hoppla, da ist er weg, der Wagen. Zusammen mit den Einkäufen und mit meiner uralten schwarzen Regenjacke. Die innen ein schönes Karomuster hat. Erstmal ein Rundumblick, habe ich doch woanders geparkt? Nein! So zerstreut bin ich nicht. Hat jemand anderes, der auch seine schwarze Jacke über den Griff geworfen hat, den Wagen verwechselt und ihn als seinen einfach weitergeschoben? Fehlanzeige. Bis zur Kasse mit rechts-links-rundum-Blick, nirgends ist er zu sehen.

Da werde ich kurz doch ganz wehmütig, die alte Jacke, wo überall hat sie mich vor regnerischem Ungemach bewahrt und man kann sie so wunderbar zusammenknäulen und immer noch sieht sie kein bisschen alt aus. Soll ich deswegen jetzt schlechte Laune kriegen? Soll ich den vermissten Wagen ausrufen lassen? Und habe ich Lust, das ganze Zeug, was im Wagen war, noch mal zusammenzusuchen? Auf keinen Fall! Werde ich mich dann jetzt bei jeder schwarzen Regenjacke mit innen Karomuster fragen, ob das mal meine war? Angesichts dieser düsteren Aussichten begebe ich mich zurück an den Ort, wo alles begann, in der Rahmenabteilung und werde die doofen Postkarten wieder los, die schuld an allem sind. Die will ich jetzt auch nicht mehr haben. Sollte ich wirklich das erste Mal Ikea verlassen, ohne auch nur ein Paket Servietten gekauft zu haben?

Nein, so leicht gebe ich nicht auf. Ich versuche mich in den Wagendieb hineinzuversetzen, so profilermäßig, und gehe langsamen Schrittes immer weiter gegen die Fahrtrichtung weiter. Und siehe da, zwei Abteilungen zurück, da steht er, ganz unschuldig schaut er drein, lammfromm hängt die schwarze Jacke, da wo sie hing und meine Produktauswahl hat der Wagenverschieber weder dezimiert noch sinnvoll ergänzt. Vor den komischen Papierleuchten, da wo ich ihn nie und nimmer habe stehen lassen. Sicherheitshalber sehe ich mir ab jetzt alle die Menschen genauer an, die auch ne schwarze Jacke über den Griff hängen haben, und der eine, der besonders verpeilt aussieht, der könnte es gewesen sein, sagt mein kriminalistischer Spürsinn. Der Rest kostet 38 Euro und dann habe ich genug von Gedächtnistest, hin- und hersuchen und wundere mich draußen, dass es gar nicht regnet.

Freu dich!

19 Aug

Gesehen bei der Haspa beim Gaswerk in Bahrenfeld: Ein himmelblauer Freu-Dich-Schriftzug auf dem Ding wo man die Karte reinsteckt, damit die Tür aufgeht. Freu Dich, Du kommst außerhalb unserer Geschäftszeiten, heute siehst Du keine einzige Krawatte hier! Freu Dich, weil wenn Du den tristen Vorraum mit den grauen Fliesen siehst, dann freust Du Dich bestimmt nicht. Freu Dich, gleich bist Du wieder reich!

Hafengeburtstag

12 Mai

Es ist Hafengeburtstag in Hamburg, und manche mögen das. Andere nicht so.
Das passende T-Shirt lag heute bei Zara herum. Die Spanier wissen also auch Bescheid…

Relegationsspiel im Kleiderschrank

11 Mai

Woran ich merke, dass Frühling ist, auch wenns draußen gar nicht danach aussieht: Ich habe Lust auf ein Relegationsspiel im Kleiderschrank. Aus einem bunten Publikum erstelle ich zwei Mannschaften, und nach 90 Minuten hat der eine Kleiderstapel leider verloren, ein klares 5:1. Beim Rückspiel treten die liebgewonnenen und zu oft getragenen Sachen gegen die Außenseiter an: Klamotten, in die ich zur Zeit nicht reinpasse oder die meiner Freundin in Karlsruhe viel besser stehen würden. Welches Farb-Gen veranlasst frau immer wieder zum Kauf von rosa oder puderfarbenen Kleidungsstücken? Rote Karte für mich und ab nach Süddeutschland damit, an eine Frau, der diese Farben wirklich stehen. Auf die Auswechselbank kommen maximal drei Teile, aus denen sich noch was Schickes nähen lässt. Der Kleider-Schiri ist sehr zufrieden mit den freigewordenen Kleiderbügeln und pfeift jetzt ab.

Zwei Paar Schuhe

6 Mai

Zwei Paar Schuhe in der Ottenser Hauptstraße.

Theorie 1:
Sehtest. Ist das ein Paar Schuhe?

Theorie 2:
Geschmackstest. Welcher Stiefel gefällt mir besser?

Theorie 3:
Sportlichkeitstest. Wer kriegt die Dinger da wieder runter?

Theorie 4:
Werbung für den Schuhladen nebendran.

Theorie 5:
Protest gegen den Schuhladen nebendran.

Theorie 6:
Schwarz ist das neue Schwarz.

Theorie 7:
Schatz, ich brauche dringend neue Stiefel!!!

Jackenkasper

30 Apr

So ging es heute den ganzen Tag: Jacke an (vor dem Sport), Jacke aus (Sportsachen an), Jacke wieder an (nach dem Sport), war aber ganz schön warm in der Sonne, also Jacke wieder aus, auf dem Fahrrad war es aber noch frisch (Jacke an), auf der Bank in der Sonne warm (Jacke aus), und als sie dann wieder weg war, musste die Jacke wieder an.

Während ich mich langsam gefühlt habe wie ein Jackenkasper, habe ich bemerkt, dass andere Menschen das Jackenthema wesentlich pragmatischer angehen. Entweder sie haben eine schön dicke Lederjacke an und ziehen die stur gar nicht aus. Oder sie haben einfach nur ein T-Shirt an, schon gar keine Jacke dabei, aber auf jeden Fall eine Sonnenbrille auf der Nase.

Passende Ohrringe für wechselwarme Menschen wie mich habe ich bei Topshop entdeckt für schlappe sieben Euro. Sehen  ein bisschen nach Geschenk vom Klempner aus, aber haben eindeutig mehr Stil als ein Einhebelmischer.

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