Tag Archives: Frühling

Wowereit ohne BER

9 Jan

Viele Leute misten Ende des Jahre aus, und wer da noch nicht dazu gekommen ist, der macht es einfach gleich jetzt am Jahresanfang, Da heißt es entstauben und wegräumen, hier und da ist es sogar eine ganz große Großbaustelle, mit der man von jetzt auf gleich nichts mehr zu tun hat, das ist zum Beispiel dem Herrn Wowereit passiert. Ist er nun der regierende Bürgermeister von LIN? Das BER ist ja weg jetzt… Paare trennen sich, ganz geordnet in alphabetischer Reihenfolge, erst die van der Vaarts, dann die Wulffs, mit X müsste dann ja… fällt mir jetzt gar niemand ein, hm. Der Udo Walz hat sich von ein paar Kilos getrennt, nicht aber von seinen Polypen, und in der anderen Werbung für gefriergetrocknetes Joghurt zum Abnehmen wird schon wieder der gelbe Bikini ausgepackt, der Rest vom Weihnachts-Spot durfte bleiben, länger sogar als der Weihnachtsbaum, der auf den Straßen herumfläzt und im Hamburger Dauerregen nicht einmal daran denkt, sich von seinen Nadeln zu trennen. Die Geschenke sind verräumt, aber von den Kartons mag sich die Katze noch nicht trennen. Der Handfeger liegt im Auto, wartet auf Schnee. Oder auf den Frühling. Oder auf einen neuen Flughafen in Berlin.

Relegationsspiel im Kleiderschrank

11 Mai

Woran ich merke, dass Frühling ist, auch wenns draußen gar nicht danach aussieht: Ich habe Lust auf ein Relegationsspiel im Kleiderschrank. Aus einem bunten Publikum erstelle ich zwei Mannschaften, und nach 90 Minuten hat der eine Kleiderstapel leider verloren, ein klares 5:1. Beim Rückspiel treten die liebgewonnenen und zu oft getragenen Sachen gegen die Außenseiter an: Klamotten, in die ich zur Zeit nicht reinpasse oder die meiner Freundin in Karlsruhe viel besser stehen würden. Welches Farb-Gen veranlasst frau immer wieder zum Kauf von rosa oder puderfarbenen Kleidungsstücken? Rote Karte für mich und ab nach Süddeutschland damit, an eine Frau, der diese Farben wirklich stehen. Auf die Auswechselbank kommen maximal drei Teile, aus denen sich noch was Schickes nähen lässt. Der Kleider-Schiri ist sehr zufrieden mit den freigewordenen Kleiderbügeln und pfeift jetzt ab.

Wir, die Rausgeher

25 Mrz

Wenn die Bedienung an den Tisch kommt und sagt „Kann ich die Tasse da schon mal mitnehmen? Uns geht schon das Geschirr aus!“ – dann muss es sich eindeutig um diesen supersonnigen, auf Sommerzeit umgestellten, vogelverzwitscherten Sonntag heute handeln. Wenn in Hamburg alle alle draußen sind. Wenn auf der Liegewiese kaum noch ein Fleckchen kalter Boden frei ist. Wenn die Cabriofahrer zum ersten Mal dieses Jahr ohne Halstuch fahren. Und die Schlange vor der Eisdiele länger ist als die am Bankomaten vor Weihnachten.

Das ist Jahr für Jahr immer wieder faszinierend! Weil diese Art von Wir-Gefühl, das gibt es ja nicht mehr so oft. Wir, die Rausgeher. Wir, die wir unsere Fahrräder wieder aus dem Keller geholt haben. Wir, die uns einfach zu Fremden an die Bierbank setzen. Wir rücken jetzt mal zusammen, und dann blinzeln wir zusammen in Richtung Elbe. Und das beste daran: Wir haben heute eine Stunde mehr! Also natürlich ist es eine Stunde weniger, aber dafür ist es eine Stunde länger hell. Und nur das zählt für die Rausgeher.

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