Tag Archives: Krimi

Eiskalte Rache

14 Nov

Im Herbst lese ich gern mal einen Krimi, der schon im Schnee spielt und ein bisschen Vorweihnachtsstimmung verbreitet: „Eiskalte Rache“ von Varg Gyllander zum Beispiel. Schon bald musste ich allerdings feststellen, dass bis auf das Schnee-Thema mir nur wenig gefällt an diesem Buch.

Immerhin hat es der Autor geschafft, die blasseste Hauptperson zu schaffen, die mir in meinem Krimileben bisher untergekommen ist. Ein fragwürdiges Kompliment. Ulf Holtz, Forensiker, überzeugter Tee-Trinker und Kaffee-Verweigerer, stapft durch die Handlung, ohne auch nur ein nichtssagendes Gesicht in meinem Kopf zu erzeugen. Der rechtsextreme Aufmarsch, bei dem ein Mord passiert – nur Kulisse. Die Liebesgeschichte, die ihn  aufwühlen könnte, so unaufregend wie ein uneingepacktes Geschenk. Und dass es sich beim Ort der Handlung um die schwedische Hauptstadt handelt, das muss man sich irgendwie dazudenken, denn es tauchen keine Straßennamen, Orte oder andere Hinweise auf Stockholm auf.

Bleibt noch zu erwähnen, dass ich mir auch mehr Einblicke in die Arbeit eines Forensikers gewünscht hätte… Wer zum Beispiel Derrick gern mag, der auch immer nur durch seine Krimis tapert, dem könnte dieser Krimi gefallen. Allen anderen rate ich dringendst ab.

Varg Gyllander: Eiskalte Rache, btb, 9,99 Euro.

Mopo 25. September

25 Sep

Liebe Mopo. Hab ichs doch geahnt: Heute MUSS es eine Wettergeschichte geben. Was ich nicht geahnt habe, dass sie “Hurra, der Sommer ist endlich da!” heißt. Hm, da lese ich “Damit hat wohl keiner mehr gerechnet”. Komisch, weil vor ein paar Tagen erst habt ihr genau das mithilfe des Wettermannes vorhergesagt, und deshalb habe ich schon damit gerechnet. Freuen würde ich mich, wenn es für die Wettergeschichte mal ein anderes Motiv geben würde als den Strand von Neumühlen. Wegen der Abwechslung.

Irgendwie enttäuschend war für mich die Reportage auf dem Recyclinghof. Da hätte ich doch gern mehr erfahren, wenn ich schon mal da bin. Oder waren die orangebehosten „Könige des Recyclinghofs“ nicht so gesprächig? Gern hätte ich ein paar mehr müllige Kuriositäten gesehen wie zum Beispie die hübschhässliche Gärtnerfigur. Pauz!

Dicht und informativ hingegen der Text über Hannelore Hoger und die unermüdlichen “Bella Block”-Krimis. Lebendige Eindrücke vom Set und dazu Hogers Bekenntnis, dass sie “kein besonderer Krimi-Fan” ist. Gute Schauspielerin, das merkt man nämlich gar nicht.

Last but not least die “Gesichter der Großstadt”, dieser sonntägliche Fotoreport mausert sich so langsam zu meiner Lieblingsseite. Eure Mauzipauzi

Mopo 24. August

24 Aug

Liebe Mopo. Loriot ist tot. Den Nachruf und die Höhepunkte seines Schaffens habe ich gern gelesen. Der Titel “Du fehlst” mit leerem Sofa und Briefmarken-Foto von Loriot war hingegen ein bisschen sehr leer.

Der “Sex-Sadist von Barmbek”: Mit einem Kran wurde die alte Telefonzelle aus seiner Wohnung gehievt, über 100 Feuerlöscher und ca. 30 Holzbalken (rund doppelt so viele wie gestern berichtet) sichergestellt. Das sind spektakuläre Bilder (auch von den Unmengen an Lebensmittel- und Toilettenpapier-Vorräten), wenngleich es ansonsten nicht viel Neues zu lesen gibt. Ich bin gespannt auf die weiteren Ermittlungen im Barmbek-Krimi…

Gern gelesen habe ich den Hintergrundbericht zur Elbphilharmonie und deren explodierenden Baukosten (statt geplanter 50 Mio. Euro liegen sie nun bei schlappen 460 Mio. Euro). Die Chronologie der Ereignisse spricht für sich…

Dann habt ihr noch folgende Perle im Blatt: In Eimsbüttel wird ein Lottospieler mit fünf Richtigen gesucht, der hat seine Quittung nämlich einfach im Laden liegen lassen. Da würde ich morgen gern die Geschichte lesen: “Ich bin der Lottozettelvergesser”, “nein ich”, “nein, ich immer ein mal mehr als du”. Eure Mauzipauzi

Wer schreiben kann

3 Jul

Val McDermid: Vatermord, Knaur, 9,99 Euro.

Ich lese am liebsten Krimis. Und am allerliebsten gute. Val McDermids „Vatermord“ ist mit der beste Krimi, der mir seit langem untergekommen ist: Mit einer tiefgründigen Geschichte, feinsinnigem Humor und dazu die sich immer wieder in eine andere Richtung mäandernde Geschichte zwischen Profiler Tony und Kommissarin Carol. Über die Handlung will ich nicht zu viel verraten; die Rahmengeschichte ist sehr authentisch, der Polizeialltag mit all seinen Sparzwängen, Eitelkeiten, Ermittlungswegen. Egal ob Carol zuviel trinkt oder Paula mit einer Krankenschwester flirtet, alles erzählt McDermid auf ihre atmosphärisch dichte, liebevolle Weise. So bleibt sie sich und ihren Figuren treu, ohne sich in den Inhalten zu wiederholen und den Leser zu langweilen. Wer schreiben kann, kann schreiben. Grandios!

Eine ausführliche Kritik von der absoluten Krimi-Expertin bei crime time.

Krimi-Klau

18 Jun

Freitag Abend, Fernseh-Krimis im ZDF. Ich habe es zwar nur nebenher laufen, aber dennoch entgeht mir folgendes nicht: In „Der Ermittler“ geht es um Opfer, die betäubt und nackt fotografiert wurden von einem pflegebedürftigen Mann. Und in „Soko Leipzig“ geht es um eine stotternde Kneipenwirtin, deren Sex-Film (nach zuviel Betäubung durch Alkohol) im Internet landet. Hallo? Apfel C, Apfel V? Das nennt man eine astreine Doublette.

Im Verlag gibt es Korrekturleser. Gibts denn beim Fernsehen keine KorrekturSEHER?

Es tun sich noch weitere Fragen auf.  Hat Tyron Ricketts nicht mal Musik gemacht? Ist die stotternde Kneipenwirtin gerade aus einem tschechischen Märchenfilm rausgesprungen? Und warum gefällt mir die Polizistin, seit sie im Playboy war (wegen dem Interview) gar nicht mehr?

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