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Labello fürs Auto

12 Dez

Dauerfrost in Hamburg, die Schneeberge türmen sich in meiner pittoresk nicht geräumten Straße. Schön verpuderzuckert liegen die Einzelteile eines alten Sofas in einer Hofeinfahrt und haben sich wie Schneehasen in die städtische Landschaft integriert.

Fürs Auto gibts dieses Jahr einen Labello, mit dem werden die nicht enden wollenden Gummidichtungs-Lippen mit eisiger Hingabe eingeschmotzt. Besser aufgehen tun die Türen trotzdem nicht. Ich frage mich, warum es mir im Auto wärmer vorkommt als draußen, also gefühlt jedenfalls, obwohl das gar nicht sein kann. Warum hat der Mann von der Müllabfuhr keine Haare und keine Mütze? Ist die Scheibe jetzt gerade von innen oder schon wieder von außen zugefroren? Handschuhe am Lenkrad ja oder nein? Ist das Fläschchen mit dem Enteiserzeugs gerade im Briefkasten geparkt oder wohnt es noch in der Jackentasche?

Winterliche W-Fragen, alle Jahre wieder. Wie machen das bloß die Leute, die da wohnen, wo es immer und noch viel kälter ist? Spätestens wenn am Samstag der Jürgen von den Kanaren zurückkommt, dann kann der Winter gern noch mal ne Pause einlegen. Sonst macht der einen auf Zugvogel und fliegt gleich wieder zurück!

Sonntag nach Ansage

27 Nov

Liebes Hamburg, heute erkenne ich dich wieder. Stürmisch, grau und nieselig, die letzten Blätter schüttelst du mit einem Achselzucken von den Bäumen. Du hast alle Sonnenstrahlen zum Teufel geschickt. Und ich muss um zwölf das Licht in der Küche anknipsen.

Dabei hast du doch die letzten Wochen einen auf niedlich gemacht. Trocken, golden, pittoresk und nebelig. Ein Venedig, für das man nicht mal wegfahren muss. Du warst wie jemand, der das beste aus seinem Typ macht. Und dann noch so freundlich ist, dass man es fast nicht glauben kannst. You’re too good to be true. Das ist jetzt vobei.

Hamburg, du hast bestimmt einen Querformat-Kalender auf deinem Schreibtisch liegen. Und da steht heute drin: 1. Advent. In jeder Behausung geht eine Kerze an, mindestens. Deshalb heute Standby, Stummschaltung, die Füße hochlegen, Kapuze auf, beide Hände um eine Tasse Tee schlingen. Sonntag nach Ansage. Und ich mache mit.

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