Tag Archives: Sonntag

Nicht ohne meinen Ikea-Katalog 2013

9 Sep

Lieber Sonntag, gestern warst Du ein Tag ohne Ambitionen, ohne Kommen und Gehen, ein merkwürdiges Etwas ohne Ecken oder Kurven. Eingelullt von all deinen Regenwolken war ich versteckt in einem Kapuzenpulli, ich war in meiner Couch, ich war in Gedanken. Die Katze hat in ihrem Fell geblättert und ich in alten Zeitschriften. Lieber noch hätte ich den neuen Ikea-Katalog geblättert. Alle Jahre wieder ist dieses Herumwarten eine langatmige schwedische Gedulds-Übung. Ich träume von einem Sofa, auf dem man immer gleich einschlafen kann auch wenn man schon drei Stunden im Bett gerumgewühlt hat. Von einem Silbertablett, auf dem man in Lebensgröße sich räkeln kann. Von einer Lampe, die immer schon an ist, wenn man heimkommt, wie im Film. Ich wünsche mir eine Küche, die immer freitags aussieht wie gerade eingebaut und montags die Farbe wechseln kann und dazu einen Kleiderschrank mit Geheimfach. Geduld, du bist so groß und so ungeduldig. Ikea-Katalog, du kannst jetzt kommen. Komm!

Sanostol-Sonntag

6 Mai

Sonntag, heute brauchst Du Sanostol. Sonntags beim Sport sieht man Menschen, die die ganze Woche nicht da waren. Sie haben einen Schatten, der heißt schlechtes Gewissen. Kein Wunder, dass ich heute also ein paar Menschen höchst unmotiviert ihre Übungen an den Geräten absolvieren sah, und musste direkt an die Werbung denken „Trottet ihr Kind auch immer nur lustlos durch alle Pfützen?“. Taps, schlurf.

Der auf den iPod gewanderte 80er-Jahre-Sound untermalte meine Überlegungen zur sportlichen Sonntagslage. Weder das Hamburger Grau-Wetter (Fade to grey) noch eine zu kurze vertanzte Nacht (Cold days, hot nights) konnten also als Ausrede herhalten, um dem sportlichen Schweinehund ein Schnippchen zu schlagen (Respectable). Watt mutt, dat mutt, sagt der Hamburger (I promised myself), und die Tage, um eine Bikini-Figur (bis zum Lebensende) zu erreichen, sind gezählt (The harder I try)… Da heißt es rauf auf den Crosstrainer, aufs Laufband oder aufs Rad (Your heart keeps burning)! Meine Gedanken schweiften ab   (Voyage, voyage)… „Was macht eigentlich die Katze zu Hause?“ (My bed is too big)  „Wie wäre es nachher mit Rhabarberkuchen?“ (Slice me nice)“ „Kommt heute Abend nicht der letzte Tatort mit Mehmet Kurtulus?“ (Don’t break my heart).

Damit war es dann aber auch gut für heute mit Sport und 80er-Jahren. Ich habe noch Katzenfutter bei Rossmann gekauft und Handcreme, die ich alibimäßig in die Handtasche stecke und doch nie benutze. Und ich habe zwei Menschen gesehen, die in der Woche oft beim Sport sind. Aber sonntags lieber bei Rossmann…

Sonntag nach Ansage

27 Nov

Liebes Hamburg, heute erkenne ich dich wieder. Stürmisch, grau und nieselig, die letzten Blätter schüttelst du mit einem Achselzucken von den Bäumen. Du hast alle Sonnenstrahlen zum Teufel geschickt. Und ich muss um zwölf das Licht in der Küche anknipsen.

Dabei hast du doch die letzten Wochen einen auf niedlich gemacht. Trocken, golden, pittoresk und nebelig. Ein Venedig, für das man nicht mal wegfahren muss. Du warst wie jemand, der das beste aus seinem Typ macht. Und dann noch so freundlich ist, dass man es fast nicht glauben kannst. You’re too good to be true. Das ist jetzt vobei.

Hamburg, du hast bestimmt einen Querformat-Kalender auf deinem Schreibtisch liegen. Und da steht heute drin: 1. Advent. In jeder Behausung geht eine Kerze an, mindestens. Deshalb heute Standby, Stummschaltung, die Füße hochlegen, Kapuze auf, beide Hände um eine Tasse Tee schlingen. Sonntag nach Ansage. Und ich mache mit.

Sonntag, falsch vorhergesagt

18 Sep

Sonntag, heute warst du ganz falsch vorhergesagt. Das ist ein Glück, dass die Metereologen trotz Wetterhäuschen und Riesencomputern immer noch daneben liegen können. Dank dem schlecht vorhergesagten Wetter hat meine Wohnung heute einen Großputz bekommen, und als schließlich alles blinkte und blitzte und es immer noch nicht geregnet hat, war dann ein richtiger Sonntagsspaziergang drin in der schönsten Herbst-Nachmittagssonne. So habe ich zum Beispiel den Mann mit schwarzer Schnuffeldecke gesehen, die er hinter sich herzog wie ein Dreijähriger und dabei sehr glücklich ausgesehen hat, auch wenn die Decke vom auf dem Boden schleifen schon ganz belaubt und angedreckt war. Auch die Frau, die ihrer kleinen Tochter die gleiche schwarze Lederjacke angezogen hat, die sie ein paar Nummern größer selbst trägt, hätte ich sonst wohl nie gesehen. Und auch nicht die junge Frau mit fünf Terriern an der Hand, die hat mich sofort an die Hundesitterin in „King of Queens“ erinnert. Spazierengehen ist eben doch was anderes als Fahrradfahren, wo alles nur so an einem vorbeisaust. So habe ich den Pizzaduft aus Joeys neuer Filiale gegenüber von Max Bahr gerochen, aber auch die süße Duftfahne von zwei Teenagern in der Fußgängerzone, das war nicht so angenehm. Außerdem habe ich festgestellt, dass Männer wohl gerne Schaufensterbummel machen (ich dachte schon das wäre abgeschafft), während es die Frauen zu Rossmann oder in den Bahnhof zieht, wo man wenigstens für irgendwas Geld ausgeben kann. Auf dem Heimweg habe ich noch die Autos gesehen, die auf ihren Autozug in den Süden warten, und interessanterweise sind die Insassen immer viel sonnengebräunter als die Leute, die auf der Straße herumspringen. Dann haben die wohl auch besseres Wetter gehabt. Nur wo?

Sonntag mit DIY-Dänisch

4 Sep

Sonntag, heute bist du ein Däne, und das liegt nicht nur am nicht-vorhergesagten Sonnenschein. Nein, ich habe es mir mit einem Stapel mitgebrachter dänischer Zeitschriften gemütlich gemacht, und während ich die „lese“, kann ich wunderbar abschalten. Denn das lesen beschränkt sich auf Bilder gucken und Buchstaben-Rätsel raten. Bei der dritten Ausgabe beginne ich mich zu fragen, warum eigentlich mein Dänisch so schlecht ist; und warum man obwohl das gelesen alles so plausibel aussieht, man so wenig damit anfangen kann. Immerhin kann ich mir vorstellen, was „Laeserbreve“ sind, und auch „Herrebukserne“ sind fotomäßig schlüssig für mich aufbereitet. Ein bisschen schade ist es um das Porträt von Lars Mikkelsen (ja genau, der Bruder von Mads, bekannt aus „Kommissarin Lund“). Dem sein „fadere“ war „bankmand“, das ist ja einfach, aber die „moderen“ eine „sygehjoelper“, da komm ich schon beim Vorspann ins Grübeln! Also was helfendes, soziales vielleicht? In Leo könnte man bestimmt nachschauen, aber das würde das ganze Dänische-Zeitschriften-Blättern und Wörter zusammenfantasieren eindeutig entzaubern. Habe mich schon dagegen entschieden, das hier macht eindeutig mehr Spaß!

In der nächsten Ausgabe verstehe ich immerhin schon „Den lille sorte“ als kleines Schwarzes, „Siddende meditation“ ist mit dem Lotussitz bebildert  und „irritiret hud“ verlangt nach hochpreisigen Tübchen. Mein Dänisch wird immer besser, stelle ich fest, und lese mich durch „miks og match“ und „Alle kvinder elsker sko“ (was vereinfacht wird durch ein Regal, vollgestellt mit Schuhen). Ich bleibe dran! Ungefähr acht Ausgaben liegen noch auf dem dänischen Stapel, und bis zum nächsten Sommer werde ich noch ein bisschen Dänisch nachlegen. Damit ich dann vielleicht auch das Porträt über die „Skuespiller“ Marina Bouras verstehe, die in „Der Adler“ mitgespielt hat, und siehe da, sie ist nämlich auch „Instruktor“, „Psykoterapeut“ und „gift med Jens Albinus“, der da die Hauptrolle in „Der Adler“ spielt. Ich habe noch den ganzen Sonntag Zeit, mir ein paar Übersetzungsmöglichkeiten für „gift“ zu überlegen…

Mopo 4. September

4 Sep

Liebe Mopo. Da wird heute auf manchen Hamburger Dachböden sicher einiges an Staub aufgewirbelt, und zwar wenn sich die Leute – inspiriert von “Was sind denn Opas Orden wert?” – auf die Suche machen. Und was sie  wohl sonst noch für Schätze finden werden?

Der Lokalteil setzt sich mit dem “Dilemma der Dauersingles” auseinander, das klingt so gar nicht optimistisch. Zum Glück hat der befragte Paartherapeut ein passendes Ratgeberbuch im Gepäck; dessen Titel “Wo bist du und wenn nicht warum?” mich aber an ein ganz anderes Buch erinnert.

Immer wieder gern genommen: “Der große Outlet-Check”. Wo gibts was für günstig? Schade nur, dass die Geschichte am Sonntag drin ist, wo ja alles zu hat. Pauz!

Immer wieder gern sehe ich auch die Fotos von Mittelalter-Spektakeln, heute “Schwerter, Met und harte Kerle” im Öjendorfer Park – solange ich dann nicht dahingehen muss. Wers mag, mauzt.

Eindeutig mehr versprochen hatte ich mir vom Interview mit den Tatort-Kommissaren Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär anlässlich der 50. Folge des Kölner Ermittler-Duos heute abend. Langweilige Fragen, langweilige Antworten. Dann doch lieber einfach nur den Tatort schauen. Eure Mauzipauzi

Sonntag, du machst auf ZDF

21 Aug

Lieber Sonntag, heute bist du die Ruhe selbst. Ausgeglichen schipperst du dahin im honiggoldenen Spätsommerlicht. Auch ein großangelegtes Radrennen und eine Handvoll Hubschrauber (die gehören wohl zum Radrennen) können dich nicht aus dem Konzept bringen. Keine krakeelenden Kinder, keine Rasenmäher und auch keine Nachbarn, die herumhämmern. Du bist heute ganz im Einklang mit dir selbst, und die sonnenseeligen Menschen draußen sind es auch. Das ist ein gefühltes ZDF-Happy-End, und das den ganzen Tag lang – nur ohne Adelige und Pferde.

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