Tag Archives: Spiegel

Achtung, Postbote

10 Sep

Was für ein gruseligschöner Tatort gestern: „Borowski und der stille Gast“. Ein Stalker, der Schlüssel nachmachen kann, Briefe mit Wasserdampf öffnet und eine Passion für Zahnbürsten hat, die bei dunkelhaarigen Frauen wohnen.

Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass außer mir noch jemand in der Wohnung ist. Wie sich dann meistens herausstellt, handelt es sich um eine Katze. Postboten gegenüber bin ich mißtrauisch, vor allem wenn sie ne Designerbrille tragen und wissen, wo die Kaffeefilter im Hängeschrank sind (bei mir tut es der Espressokocher, keine Filtertüten, Glück gehabt).

So spannend war der Kieler Tatort, dass ich mich original erschreckt habe, als es geklingelt hat. War aber nur jemand, der einen bei mir geparkten Schlüssel abholen wollte. Ach ja, und vor dem Zähneputzen habe ich mich versichert, dass das Putzwerkzeug schon benutzt ist. Und auf den Spiegel gehaucht habe ich auch. Heute gab es keine gruselige Paketlieferung, nur die Zeugen Jehovas haben geklingelt (ausgerechnet heute?). „NeindankeaufgarkeinenFall!Danketschüs“, und dann der Abspann.

Wetter spezial

10 Mai

Ein unbedingtes Muss, gerade in einer wettertechnisch wechsellaunigen Stadt wie Hamburg, ist der tägliche Wetterbericht. Der erste gleich morgens auf Delta-Radio mit jugendlichem Geduze „Bei einer Maxi von 10 Grad kannst Du heute ne Jacke brauchen“, der zweite selbstgemachte beim Blick aus dem Fenster. Aha, hier also jemand nur im T-Shirt und dort eine Winterjacke, also bin ich so schlau wie vorher. T-Shirt ja, Jacke muss auch mit. Abends sehe ich sehr gern den 10-vor-8-Wetterbericht im Ersten, da sind die Wetterfrösche immer so herrlich aufgeregt, wenn sie noch schnell Bodenfrost oder Omega-Hochs erklären. Das ist informativ und komisch auch.

Das Wetter ist wohl eine der letzten Bastionen, die der Mensch noch nicht unter seine Kontrolle gebracht hat. Wenn ich nicht so grottenschlecht wäre in allen naturwissenschaftlichen Dingen, dann hätte aus mir vielleicht eine Meteorologin werden können. Wie ich heute erfahren habe, gibt es aber auch Mittel und Wege das Wetter anzusagen, ohne dass man jahrelang Thermik studiert und als Knecht in einer Wetterstation gearbeitet hat: Man muss nur Prinz sein, und dann darf man bei der BBC auch mal vor die Wetterkarte… Great!

Unterschätzte Eichhörnchen

10 Aug

Eichhörnchen werden wohl gemeinhin unterschätzt. Der Spiegel schreibt, dass die Nager öfter als man denkt Kabelnetze sabotieren. Kann das eine Erklärung dafür sein, dass bei mir seit Wochen RTL kaputt ist? Nur noch Schneetreiben und Ameisendisko statt Tine Wittler und RTL aktuell. Ich habe mich damit abgefunden, und alle anderen Sender laufen tadellos. Ein paar gezähmte Eichhörnchen dürfen trotzdem weiterhin auf meiner Fensterbank wohnen…

Italien oder England

18 Jul

Das ist also der aktuelle Spiegel-Titel. Gefällt mir nicht schlecht, vor allem die Knarre auf der Pizza. Vielleicht ein bisschen viel Klischee (klar, das ist Absicht, aber trotzdem). Hut steht Berlusconi hervorragend, da sieht er auf einmal fast nett aus. Naja, auch nur fast.

Das Problem ist, ich habe etwas ganz anderes erwartet. Wusste ich vorher auch nicht. Aber als ich diesen Titel sah, dachte ich sofort: Und was ist mit England? Abhör-Skandal, Bestechung, Zeitung eingestampft, der Chef der Metropolitan Police zurückgetreten. Deshalb habe ich dann probeweise eine Spiegel-Titel-Kopie gebastelt. Nur mit Screenshots, deshalb ist die Bildqualität nicht so toll, aber man kann sehen, wo es hingehen soll. Der Union Jack ist übrigens eine Fußmatte.

Mirror, mirror on the wall

16 Jul


Schneewittchen meets Kleiderhaken: Das Projekt auf Handmade Kultur.

Spiegel zu Stuttgart 21

25 Jun

Stuttgart 21, die Gewalt eskaliert und der Spiegel ist sich nicht zu schade, eine Protestlerin als verklärte, gewaltbereite 50-Jährige darzustellen. Ich zitiere:

Ach, schwärmt sie, „diese ausgelassene Stimmung, Sie hätten das erleben müssen“; Stefanie Brekerbohm klingt auch zwei Tage danach noch ganz aufgekratzt. Als hätte sie ein wunderbares Fest gefeiert, sich mit ihren 50 Jahren endlich mal wieder so jugendfrisch, so jugendfrech gefühlt wie einst mit 18. Ein Rausch der Sinne, eine süße Rebellion, „das war ein Befreiungsschlag, nach all dem, was wir erdulden mussten“, erzählt sie, die sorgfältig geschminkten Augen weit aufgerissen. „Diese ganze Wut musste halt mal raus.“

Es folgen auch noch ein paar Fakten: „Die Polizei zählte neun verletzte Beamte, auf einen hatten Demonstranten so hart eingeprügelt, dass jetzt ein Verfahren wegen versuchten Totschlags läuft.“

Der „schwarze Donnerstag am 30. September 2010 im Schlossgarten, als die Polizei mit Wasserwerfern in die Menge hielt“ taucht zwar im Artikel auf, aber wie viele verletzte Demonstranten gab es da noch mal? Die Zahl fehlt! Bitte ergänzen! Nicht zu vergessen, dass die Polizei bei dieser Aktion mitten in eine Ansammlung von Schülern stürmte (nicht nur mit Wasserwerfern, das fehlt auch im Text) und viel von ihnen krankenhausreif die Demo verließen…

Warum ist jetzt so ein massiver Protest ausgebrochen? Wie viele Demonstranten waren es im Schnitt, als es ruhiger zuging vorm Stuttgarter Hauptbahnhof? Und wie viele waren es jetzt? Und warum ist das so? Weil die Bahn einfach weiterbaut. Aber das muss man im Hinterkopf schon drinhaben. Weil im Artikel steht das nirgends. Wenn schon, denn schon, lieber Spiegel. P.S.:Eine Hemmschwelle kann glaube ich nicht „schwach“ sein, höchstens „niedrig“… Nur mal so.

George Clooney

23 Jun

clooneyGeorge Clooney und Elisabetta Canalis haben sich getrennt, schreibt der Spiegel. Und dass sich jetzt viele Frauen freuen und so. Ich frage mich folgendes: Hört dann jetzt auch diese furchtbare Nespresso-Werbung auf? Weil er jetzt ja nur noch seine Single-Ausgaben hat, kann er sich das bestimmt leisten. Ich stelle mir vor, wie er entspannt eine capsule nach der anderen in den Comer See wirft. Und kann dann John Malkovich auch aufhören Gott zu spielen?

 

Burnout-Koaliton

21 Jun

Spiegel Burnout Koalition

Der Spiegel schreibt über die „Burnout-Koalition“.

Das ist ja ein starkes Stück. Sie fühlen sich überlastet und wissen nicht so recht, was mit Ihnen los ist? Dr. Spiegel kennt die Diagnose: Burnout. Der Kolbenfresser des 21. Jahrhunderts. Motor kaputt, nichts geht mehr, Totalschaden. Ich sehe sie vor mir, CDU und FDP beim Neurologen (am besten wir versuchen es gleich mal mit Lithium, das nimmt man bei ganz schweren Fällen von Depression). Die Koalition beim sozialen Kompetenztraining in der psychosomatischen Klinik: Nein sagen üben! Rollenspiele zu aktuellen Themen und Konfliktbewältigung. Du Angela, als du den Preis vom Obama bekommen hast, da habe ich erst gemerkt, wie gern ich den auch hätte, und das ist so weil… Abends streiten sie sich übers Programm im Fernsehraum.“Nein, Guido. Wir SOLLEN aber kein Politmagazin schauen, weil das hat der Dr. Glotz gesagt, und das ist wichtig für die Therapie!“ Und nicht zuletzt: Die Wiedereingliederung in den Job. Das Kabinett ist dann nur stundenweise besetzt, und es können leider nur noch die wirklich wichtigen Sachen besprochen werden.

Griechenhilfe

20 Jun

Hellas! Das iSpiegel Eurost ja n Ding. Für jemanden, dem es schlecht geht (der arme Euro, ständig wird er gefragt „Gehts dir nicht gut?“), der aber sehr wohl noch lebendig ist (er ist soweit ich weiß immer noch das Zahlungsmittel in meinem Geldbeutel), eine Trauerkarte gestalten, und in großer Auflage veröffentlichen. Lieber Spiegel, das sieht aus wie eine Infografik für den Hintergrund der Tagesschau. Es gab wirklich schon mal bessere Spiegel-Titel. Aber das gefällt mir: In der Online-Ausgabe stolpere ich über diese Wortschöpfung: Griechenhilfe. Super! Der Print-Titel fällt sicher nicht in die Kategorie Griechenhilfe. Und wirft einige Fragen auf: Was soll die griechische Flagge auf dem Sarg da? Wird der Euro direkt in Griechenland begraben? Und wie passt ein ganzes Land in einen Sarg?

Mein Bac, dein Bac

18 Jun

Beim Abspülen: Ich halte die Paella-Pfanne von gestern Abend in der Hand, und  muss auf einmal an Villariva und Villabajo denken. Diese schöne Spülmittelwerbung mit den spanischen Dörfern… Wo ist eigentlich Mein Bac, dein Bac? Ich sage nur Share the moment. Bezahlen Sie doch einfach mit Ihrem guten Namen (das denke ich, wenn ich die EC-Karte zücke). Die Dash-Werbung mit den „ausgeleierten Bündchen“? Heute leiert nix mehr aus, weil bis das passiert, ist das dünnstoffige Kleidungsstück schon komplett im Eimer. Ist der neu? Nein, mit Perwoll gewaschen!

„Ich bin doch nicht blöd“, denke ich. Spiegel-Leser wissen mehr. Einfach online heutzutage, come in and find out. Immerhin eine Sache fällt mir ein, die scheint zu stimmen: Wir lieben Lebensmittel. Zumindest in der Filiale in St. Pauli, da ist die Obst- und Gemüse-Bio-Abteilung am besten sortiert. Dort bekomme ich noch um halb sieben wunderbare Erdbeeren… Damit auch später noch kraftvoll zubeißen kann. In diesem Sinn: Come to where the flavour is.

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