Tag Archives: Sport

Schau genau

15 Jan

Unglaublich, aber wahr. Das alles habe ich in den letzten 24 Stunden gesehen:

Einen Mann, der hat mit Zigarettenspitze geraucht und hatte bei seinem Hemd den Kragen hochgestellt.
Ein anderer Mann hat seine Zigarettenschachtel im Weizenglas spazieren getragen (das geht, wenn man sie quer da reinklemmt und ein Stoßgebet spricht). Und dann haben die beiden miteinander gesprochen über eine Entfernung von drei Metern.
Falls jemand seine Schlüssel sucht, beim Asia Kim in der Bahrenfelder Straße hängen welche an der Pinnwand. Und ein Artikel über Saufen in der S-Bahn mit dem Vermerk „Für Herbert“.
Und dann gab es noch ein echtes Highlight: Heute in der Umkleide beim Sport hat eine Frau ihre Badelatschen trockengefönt. Wahnsinn!

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Katzenhaare

13 Dez

Gestern war der Klempner da. Das ist wie russisches Roulette. Man kann Glück haben oder eben auch nicht. Der Mann wollte die jährliche Inspektion der Gastherme vornehmen. Erstaunlicherweise hat er dann aber festgestellt, dass ein Teil nicht macht, was es soll. Der Kasten, der morgens noch in Ordnung war: kaputt. Und dieses blöde Teil war gestern nicht mehr zu bekommen. 21. Jahrhundert, Hotline, Internet, Kundendienst, Fahrradkurier, alle machtlos.

Keine Flamme, keine Heizung, kein heißes Wasser. Wenn das Feuer ausgeht, das ist vielleich ein Urinstinkt von sehr viel früher, da wird es zappenduster. Natürlich kann man mehr anziehen. Man kann sich stundenlang sinnlos in Geschäften herumtreiben und Geld ausgeben. Oder sich beim Sport in Wallung bringen. Oder für eine Nacht ins Hotel Atlantic. Aber wenn zu Hause der Ofen aus ist, das ist gar nicht gut. Ich habe die Katze beneidet um ihr schönes Fell, ich habe sie gefragt, ob sie nicht Lust hat, sich um meinen Hals zu wickeln. Hat sie nicht gemacht. Aber sie hat mich noch mal rausgelassen, da konnte ich dann dahin, wo es wärmer war. Und als ich wieder heimkam, hat sie schon mal die Katzenheizung im Bett angemacht.

Heute war ein anderer Klempner da. Der hatte ein anderes Karma. Das Feuer ist wieder an. Und die Katze tut so, als wäre nix gewesen. Katzenhaare müsste man haben!

 

Handtasche heißt jetzt Sporttasche

22 Nov

Ich bin wieder Mitglied im Fitness-Club. Lang habe ich hin- und herüberlegt, und dann habe ichs einfach gemacht. Aber dieses Mal gibt es einen Unterschied: Jetzt wird auch hingegangen!

Das kostet 25 Euro im Monat und ungefähr zwei Stunden jeden zweiten Tag (oder jeden…). Dafür kann ich mich körperlich auspowern und die Anzahl der Leute, die ich vom sehen kenne, spielend um zehn Prozent nach oben schrauben. Interessanterweise gibt es nämlich ungefähr zehn Menschen, die ganz egal, wann ich komme (morgens, mittags oder abends), immer AUCH da sind. Ich glaube, die wohnen da!

Während man auf der Straße oft die eine oder andere Mode bestaunen kann, an der man nicht vorbeikommt (olivgrüne Parkas, schmale Jeans immer mit Stiefel, Herbstfarben wie schwarz und lila), so gibt es beim Sport nur die eine Devise: Sei ganz du selbst. Höchst individuelle Typen brauchen eben auch höchst individuelle Outfits! Manche Leute laufen gern auf dem Laufband mit kurzer Hose, dafür setzen sie sich aber die Kapuze von ihrem Shirt dazu auf (ärmellos, das Shirt, natürlich). Für das echte Rocky-Feeling… Wieder andere haben die Trainings-Kombi farblich abgestimmt von Tchibo, aber an die Turnschuhe sind an den Seiten mit Kroko-Prägung versehen. Und wers gemütlich angeht, setzt sich einfach in Leggins und mit Bunte oder Gala aufs Liegefahrrad.

Ganz nebenbei habe ich auch ein paar Besonderheiten zu sehen gekriegt, die ich so bisher nicht kannte. Zum Beispiel, dass man auch mit Flipflops auf den Crosstrainer gehen kann, oder mit dem Muskelshirt mal eben zum rauchen rausgeht, um dann ganz sportlich wieder reinzuschlappen. Wer nicht nur modisch auf sich aufmerksam machen will, geht auf das Powerplate, so ein ruckeliges Power-Wackelding, das mit seinen dröhnigen Vibrationen jeden ipod übertönt. Oder, das gab es vor drei Tagen, kann man zum Beispiel in der Boden-Matten-Situp-Pezziball-Abteilung ein bisschen Seilspringen, das gibt auch ein bisschen Aufmerksamkeit.

Beim Thema Handtücher scheiden sich die Geister: Die Handtuch-Verweigerer haben eins dabei, das mehr als Alibi dient. Diese Handtücher sehen oft aus, als hätte sie ihr Besitzer noch zufällig unter der Rückbank im Auto gefunden und werden auch nur manchmal oder zumindest widerwillig über die Lehnen und Sitze der sportlichen Gerätschaften gehängt. Die Handtuch-Fetischisten hingegen haben jeden Tag ein neues dabei, das immer nach Weichspüler duften muss und das nach Kräften benutzt wird.

Stellt sich nur noch die Frage duschen oder nicht duschen? Manche Menschen nämlich sind gerade noch voll am trainieren, und drei Minuten später schlendern sie mit der Sporttasche am Handgelenk und Mütze auf die Straße lang. Oder man bringt sein halbes Badezimmer einfach mit, damit das Duschen dort genauso viel Spaß macht wie zu Hause. Für diesen Zweck haben die ein großes Bad-Regal aufgestellt, und das ist meistens voll.

Es ist ein bisschen wie eine Soap, immer wieder die gleichen Leute, aber immer ist was anderes los. Ich bleibe dran! Ich werde weiter trainieren und beobachten. Und wenn was Spannendes passiert, packe ich die Geschichte in die Sporttasche und bringe sie mit…

Mopo 8. Juli

8 Jul

Liebe Mopo, heute beschäftigt ihr euch mit einem wichtigen Thema, nämlich Toleranz. Während Islamprediger Vogel im Artikel laut vieler Experten der gefährlichste Islamprediger ist, fällt er im Kommentar in die Kategorie “Toleranz auch für Knallköppe”. “Mit seinem Zottelbart und dem nachthemdartigen Gewand sieht Pierre Vogel eher komisch als gefährlich aus”, schreibt der Mopo-Redakteur im Kommentar. Hinten dann die passende Zeile “Wer ist der komische Islamisten-Vogel”? Aha. Das nenne ich redaktionelle Toleranz. Und weil ich nämlich tolerant bin, werde ich das nicht kommentieren.

Auch wenn ich nicht täglich stundenlang S-Bahn fahre, interessiert es mich doch, wenn es Neuigkeiten im öffentlichen Personennahverkehr gibt. Heute wird mir eine “neue S-Bahn für Hamburg” versprochen. Und was muss ich auf dem Foto sehen? Alles wie gehabt, nur eben mit schicken Star-Trek-Durchgängen. Schön, dass ich erfahre, dass dieser geräumiger ist und “durchgängig” wie ein Tazzelwurm. Und dass Flatscreens aufgehängt werden. Aber was ist eigentlich mit den Sitzen? Das würde mich als Fahrgast ehrlich gesagt am meisten interessieren. Werden die breiter, schmaler, mit mehr Beinfreiheit, oder vielleicht mal längs gegenüber wie in der Underground? Gibt es neue Bezüge? Farbige, unkaputtbare, flauschige oder glatte? Das will ich alles wissen!
Zu Anfang des Textes lese ich, der neue Zug soll ab 2012 rollen. EINER? Und weiter hinten, dass die Finanzierung (111 Mio. Euro) noch gar nicht durch ist. Vorerst gibt es nur den umgebauten Prototypen, der dann auf der Flughafen-Strecke unterwegs sein soll…”So sieht Hamburgs neue S-Bahn aus”, hm, da fehlt mir der Zusatz “wenn dann”. Und wann eigentlich die neuen Züge (äh, also die anderen 111) kommen sollen. Bittedanke.

Wollen Sie ein “O” kaufen? Das OhnsorgTheater versteigert eine Menge Schätze, am Samstag von 13 bis 15 Uhr im Ohnsorg-Theater-Hof. Mauz!

Und schließlich noch ein schlimmer optischer Unfall im Sportteil. „Prinz dachte an Rücktritt“ – dazu passt ein nachdenkliches, ernstes Foto. Jawoll. Aber muss es denn eins sein, bei dem ich jeden Mitesser auf der Nase und jedes Haar im Damenbart einzeln betrachten kann? So dass ich mich gar nicht auf den Text konzentrieren kann, weil ich in Gedanken die Pinzette suche? Für solche Fälle gibt sicher noch andere Fotos von Birgit Prinz. Oder Photoshop. Pauz, eure Mauzipauzi

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