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Max und Moritz 2.0

4 Nov

Gestern waren meine sonntäglichen Augen gespannt auf den neuen Tatort aus Erfurt gerichtet. Ich habe versucht mich zu erinnern, wann ich überhaupt das letzte (und einzige Mal) dort war und ob ich mich an irgendein Fachwerkhaus oder Brückchen erinnern würde. Immerhin ein Anreiz, wenn meine Erwartungen ansonsten eher im unteren Mittelfeld angesiedelt waren.

Der Auftakt: rasant, mit einer Parcours-Verfolgungsjagd, das war – rückblickend – noch das beste am ganzen Krimi. Die zwei Ermittler, Max und Moritz, immer auf Trab aber irgendwie gar nicht richtig bei der Sache. Jackett trifft Feinripp-Longsleeve, die Vorgesetzte muss Klapperschuhe tragen und streng dreinschauen und die Praktikantin ist ein wandelnder Brockhaus mit Heuschnupfen.

Überraschung 1: Der Verdächtige mit Schuss in den Oberschenkel kann zwischendurch wieder ganz normal durch die Gegend joggen. Überraschung 2: Statt Kaffee gibts einen Kühlschrank voll Red Bull. Überraschung 3: Es ist Erfurt, und hier spricht keiner mit Akzent. Außer die Spurensicherung.

Durch die nicht enden wollende Aneinanderreihung von Klischees und Klischees und wir sind hier alle so cool  kam mir alles wie fünf Stunden lang vor und ich bin erst wieder mental aufgewacht, als der Kommissar ne Ohrfeige bekommen hat. Danke dafür, auf jeden Fall. Der Rest kann wieder zurück in den Kühlschrank…

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