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Sommerloch und Simpsons-Wolken

4 Aug

Liebe Blogleser, es hat ganz schön lang gedauert, ich weiß. Wenn man erst mal anfängt, eine Pause einzulegen, dann weiß man am Anfang noch gar nicht, wo das Ende sein wird. Aus einem kurz die Augen zu machen ist ein Nickerchen geworden und dann irgendwie Betriebsferien mit ohne Schild an der Tür.

Nicht, dass nichts passiert wäre. Es gab viele Sonntage, an die ich hätte schreiben können – aber ich habs einfach nicht gemacht. Wenn ich in der Hamburger Morgenpost gelesen habe, hat es in den Fingern gejuckt. Ich hätte darüber philosophieren können, wie meine winkende Solar-Queen im Frühjahr nicht mal gezuckt hat, und jetzt so laut winkt, dass meine Freundin neulich dachte, die Katze schnurrt. Oder über meine neue Vorliebe für Blau, 30 Beiträge über „Schlag den Raab“ und „Schlag den Star“, oder ein paar Zeilen, warum es so praktisch ist, dass die NSA jetzt alles weiß (falls mir zum Beispiel entfallen ist, was ich ins Blog schreiben will, die werdens schon wissen).

Heute lieber Sonntag, bist du jedenfalls voller Simpsons-Wolken. Langgezogene, weiße Watteberge, die wie ein Ticker an meinem Küchenfenster vorbeiziehen und mir sagen morgen wird es auch schön. Und übermorgen. Und überübermorgen. Kein Schönwetterstress, du ruhst in dir wie eine ganz geerdete Yoga-Übung und schreibst auf Facebook auch was mit Sand und Sonne und mit Foto dazu. Du hast offene Schuhe an, deine Sonnencreme riecht dezent nach Kokos und du willst jedes Lied im Radio mitsingen… Das wollte ich dir schon lang mal sagen. Du Sonntag, ich kann dich echt gut leiden.

Sonntag, du bist ein Schwamm

17 Jul

Gestern war ein sommerlicher Tag. Mit Fahrrad, mit richtigem Sonnenuntergang und Boxkampf ohne Werbepausen. Heute hingegen ist der Tag ein Schwamm. Ein unentschlossenes Etwas, das die Stunden und die wenigen Sonnenstrahlen in sich aufsaugt. Selbst die Wolken können sich nicht entscheiden, ob sie nun regnen wollen oder nur böse aussehen. Ein langweiliger Boxkampf des Wetters. Ein Tag zum Kniestrümpfe rausholen. Zum Waschmaschine entkalken bei 95 Grad. Ein Tag zum Radio anmachen und nicht hinhören. Zum Icon-Taschenbücher blättern und einen Katzenspielplatz aus Papp-Stehordnern bauen. Ein Tag für kleine Expeditionen in den eigenen vier Wänden und im Kopf. Ein Tag ohne Wecker und ohne Tatort. Der ausfällt wegen dem Damen-Fußball-WM-Finale, das sich auch nur noch wie ein Schwamm voll Tränen der deutschen Fußballfrauen anfühlt. Du Sonntag, du bist ein Schwamm. Auf der einen Seite kratzst du, und auf der anderen bist du ein großes weiches Kissen zum ausruhen und innehalten.

Sonntag

10 Jul


Sonntag morgen in Altona. Die Stadt blinzelt kurz und dreht sich noch mal auf die andere Seite. Die Neue Große Bergstraße ist leergefegt wie ein Supermarkt-Regal an Silvester. Das Sommerlicht ist warm und mild. Sogar die Betonplatten sehen aus wie Topmodels aus Zement. Am Bahnhof wird es unromantisch: Das angesagteste Accessoire ist eine Packung Toilettenpapier von Rossmann unterm Arm. Ich sehe ungepflegte Füße und große Koffer. Kleine Sommerwolken fliegen über das große Himmelblau. Und beim Radfahren bleiben die Fliegen in meinem Lipgloss hängen.

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